Rom – Die ewige Stadt

April 2016.

„Irgendwann möchte ich mal nach Rom!“, höre ich mich noch vor einiger Zeit sagen. Irgendwann. Eigentlich war für dieses Jahr als Städtetrip London geplant, doch der lange, nass-grau-kalte Winter ging uns so auf die Nerven, dass wir uns kurzerhand ein anderes Ziel raussuchten und schnell war klar: es sollte Rom sein!

Viva Italia, jeden Tag Pizza & Pasta, 25°C und la dolce vita? Aber hallo! Genau das wollten wir – und haben es auch bekommen!

Mit Ryanair ging es von Köln/Bonn nach Rom Ciampino und von dort in einer wilden Taxifahrt mit einem waschechten Römer zu unserem Bed & Breakfast.

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DSC_5664Ausblick vom Zimmer.

Das Wetter war perfekt, wir hatten schnell ausgepackt, da wir diese Reise nur mit Handgepäck unterwegs waren (was ich bei kurzen Städtetrips echt empfehlen kann) und so sind wir alsbald los, um ein bisschen die Umgebung zu erkunden und uns erst einmal etwas original italienisches zu essen zu suchen:

Essen (2)Spaghetti Carbonara.

Die „Umgebung“ zog sich schlussendlich gute 10 Km quer durch Rom. Vom Termini, unweit dessen lag unsere Unterkunft, zum Kolosseum, einmal rund ums Palatino und Circus Maximus, danach 125 Marmorstufen zur einer vor Gold und Prunk nur so protzenden Basilica de Santa Maria hinauf, bis wir Stunden später wieder im Hotel waren.

DSC_5786125 weiße Marmorstufen.

Abends gab es dann die erste römische Pizza und sie war verdammt lecker!
Essen (6)

Ähnlich ging es dann am Dienstag weiter: wir kauften uns Tickets für die Greenline Hop On/Hop Off Busse und kamen am Ende des Tages nach einem Besuch im Palatino, dem Forum Romanum und des Kolosseums auf gute 14 Km zu Fuß.

Als Tipp: Die drei Sehenswürdigkeiten sind mit einem Ticket für aktuell 12€ zu besichtigen. Kauft das Ticket am Eingang zum Palatino, dort war nichts los. Nehmt euch Zeit diesen schönen (ich nenne es mal) Park anzuschauen, mit seinen beeindruckenden Überresten, den weitläufigen Alleen, gesäumt von unendlich hohen Bäumen und den schattigen Plätzen.
Von dort kann man nahtlos ins Forum Romanum übergehen, was wir auch getan haben, nachdem wir dem verlockenden Duft eines Orangen- & Rosengartens gefröhnt haben.

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DSC_5736Blick auf das Forum Romanum.

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Im Anschluss sind wir erst ein mal weiter mit dem Bus gefahren, haben uns in der Nähe des Tibers und der Piazza della Chiesa Nuova ein schönes Restaurant gesucht und sind erst am späten Nachmittag wieder am Kolosseum gewesen, sodass wir auch hier nicht anstehen mussten und mit den bereits gekauften Tickets durchgehen konnten.
Und um ehrlich zu sein: wenn man keine Führung gebucht hat, reicht es vollkommen eine Stunde vor Schluss dort zu sein. Im Vergleich zu den beiden vorherigen geschichtsträchtigen Orten fand ich das Kolosseum nicht so überraschend spannend. Nach einer guten halben Stunde und einer Umrundung (und einer zweiten um zum Uscita zu gelangen), waren wir auch schon durch.

DSC_5673Das Kolosseum.

DSC_5919Der Trevi-Brunnen.

Den Abend haben wir im ruhigeren Teil des urgemütlichen Stadtviertels Trastevere verbracht. Hier haben wir in einem urigen Restaurant draußen gesessen, die beste Pizza Roms gegessen, guten Wein getrunken und die frühlingshafte Abendluft genossen. Wer hier keine romantischen Anfälle bekommt, versteht wahrlich nichts davon.

DSC_5831Zauberlicht am frühen Abend auf dem Weg nach Trastevere.

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Essen (5)Die leckerste Margarita meines Lebens!

Am Mittwoch ging es dann mit dem Zug nach Lido di Ostia. Wenn ich schon die Gelegenheit habe in 45 Minuten am geliebten Mittelmeer zu sein, dann muss ich das natürlich ausnutzen!

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Eigentlich hatte ich vorab gelesen, solle es in Sperlonga und anderen kleinen Örtchen schöner sein, als in dem sehr touristischen Lido di Ostia. Und vermutlich haben sämtliche Blogger/-innen damit auch recht, doch bei einem 5  Tages Aufenthalt in dieser Stadt wo es so viel zu sehen gibt, möchte ich keine 3 Stunden pro Strecke im Zug/Bus verbringen.
So landeten wir in diesem Ort, der wahrlich nicht schön ist und ich würde hier niemals meinen Sommerurlaub verbringen (Eintritt für den verbauten und dann vermutlich total überfüllten Strand bezahlen? Wo kämen wir denn da hin!), aber um für ein paar Stunden in die Weite zu schauen, die Meeresbrise zu genießen und mit den Füßen im noch viel zu kalten Meerwasser zu planschen, war es absolut ausreichend.

Essen (3)Kentucky Salad in Lido di Ostia im „Old Wild West“.

Anschließend haben wir noch dem Aventin, einem der sieben Hügel Roms, einen Besuch abgestattet und uns im Schatten der großen Bäume im Orangengarten diesen sinnlich-süßen Duft um die Nase wehen lassen, bevor auch wir einen Blick durch das berühmte Schlüsselloch warfen, durch das man die Kuppel des Petersdoms sehen kann:

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Am Abend haben wir es uns in einem etwas teureren Restaurant zwischen der Spanischen Treppe und dem Trevi-Brunnen wiederholt mit Pizza gutgehen lassen. Dieses Mal gab es noch Tiramisu als Nachtisch.
Dass ich jeden Tag erfrischendes Gelato gegessen habe, versteht sich von selbst! Das beste Eis fand ich übrigens auf der kleinen Insel im Tiber vor Trastevere, denn die haben ausgefallene Sorten. Zimt und Limette/Basilikum haben mir außerordentlich zugesagt!

Essen (4)

Donnerstags ging es dann wieder mit einem Fußmarsch weiter. Hatten wir es gestern auf knappe 10 Km gebracht, haben wir donnerstags die 15 Km Marke geknackt. Und das, obwohl wir soweit es ging immer mit der Metro unterwegs waren. Am Vormittag jedoch streikte eben diese, sodass wir die 4,5 Km vom Hotel zum Petersdom zu Fuß zurücklegten.

DSC_5953Der Petersdom.
Wer mag, kann sich mittwochs ab 5 Uhr morgens hier anstellen um mittags eine Rede vom Papst anhören zu können…

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So langsam zerrte diese laute, große Stadt mit ihren aufdringlichen Nordafrikanern, die einem alle 50m irgendeinen Scheiß andrehen wollen, dann doch an meinen Nerven, sodass wir beide keine Lust mehr hatten uns in die Schlange einzureihen und über 500 Stufen auf den Petersdom zu kraxeln. Zumal meine Füße mir das Laufen ebenfalls langsam erschwerten, denn 35 Km hinterlassen dann doch die ein oder andere Blase, auch bei bequemen, flachen Schuhen – und Fans der Kirche sind wir ohnehin nicht.
Da sind wir lieber mit der inzwischen wieder fahrenden Metro zurück zur Spanischen Treppe gefahren und haben uns im schattigen Park der Villa Borghese ausgeruht, nicht ohne zuvor jedoch in einer kleinen Osteria zu Mittag zu essen und uns anschließend noch ein Gelato gegönnt zu haben!

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Am Abend haben wir dem richtigen Trastevere einen Besuch abgestattet und uns wieder in köstlicher, italienische Küche verloren. Pizza – perfekt, Wein – perfekt, Tiramisu – perfekt. Dazu noch eine locker-laute Atmosphäre mit witzigen Kellnern und es war ein weiterer, wunderschöner Abend!

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Vor unserem Rückflug am Freitagabend ging es noch ein paar Kilometer durch die Stadt (was machen nach fast 50 Km da noch 5-6 weitere?!), mit einem Zwischenstopp um ein letztes Mal originale Spaghgetti mit Bolognesesauce zu verköstigen.

Essen (1)

Blöd war nur, dass in unserer Reihe im Flugzeug überhaupt kein Fenster war, als hätte man vergessen eins einzubauen. Und so ganz ohne Zeitschriften, ohne Fenster und sogar ohne die kleinen Monitore auf denen man sieht wie kalt es in 10 Km Höhe ist, fliegt es sich ganz schön öde. Gut, dass es nur knappe 100 Minuten dauerte. Beim nächsten Mal bin ich dann doch wieder für etwas weniger Holzklasse.
Denn geflogen wird weiterhin und ganz sicher auch immer wieder nach Bella Italia ♥

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6 comments on “Rom – Die ewige StadtAdd yours →

  1. Oh, ich liebe deinen Reisebericht!
    Die Villa Borghese mit Park steht jetzt schon zum dritten Mal auf meiner Liste – denn auch in diesem Jahr haben wir es nicht dorthin geschafft… Ein Grund mehr, dieser Stadt noch einen Besuch abzustatten! Es ist sowieso unglaublich wie viel es in Rom zu entdecken gibt… 🙂 Deine Bilder fangen den Zauber der Stadt ein und entfachen bei mir Fernweh… Und sie erinnern mich daran, dass ich unbedingt auch noch meine Bilder sichten muss. 😉

    Ich glaube, ein Antrag ist dann am schönsten, wenn man gar nicht damit rechnet. 🙂 Also lass dich einfach überraschen und genieß es!

    Was ich noch loswerden muss: Ich find’s sehr witzig, dass du praktisch um die Ecke wohnst! Und in Rom waren wir beide auch noch so kurz hintereinander – Sachen gibt’s! 😀

    Liebe Grüße aus… Essen! 😀
    Pia aka Indianerprinzessin

    1. Lieben Dank für deine netten Worte 🙂
      Wir werden auch ganz sicher „irgendwann“ noch mal nach Rom, ein mal reicht absolut nicht aus, um sich alles ansehen zu können!

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