Für einen Sommer und immer – Julie Leuze

„Für einen Sommer und immer“ von Julie Leuze erzählt von Annika, 32 und ledige Karrierefrau, die vom nahenden Tod ihrer Mutter erfährt und erst mal Reißaus nimmt. Überstürzt landet die überdisziplinierte PR-Referentin in einem kleinen Bergdorf in den Dolomiten und fühlt sich einsam. Die Ruhe, die Stille sind ihr schon alsbald ein Graus, sodass sie sich einen Wanderführer zulegen lässt, um den schwierigen Ereignissen die ihr bevorstehen zeitweilig zu entfliehen. Dass sie sich gerade ihren größten Problemen stellen wird, ahnt Annika da noch nicht, schließlich ist sie eine überaus bescherrschte Person.

Entgegen vieler anderer Stimmen fand ich das Buch und seine Charaktere von Anfang an interessant und war direkt mit dabei. Annikas beste Freundin Helene war mir sofort unsymapthisch und Annika selbst konnte ich wohl dadurch akzeptieren, weil ich mir schon dachte, dass sie sich perösnlich verändern wird. Diesen Vorgang fand ich im übrigen sehr gut beschrieben und dargestellt, ihre Überlegungen realistisch.

In den ersten zwei Dritteln des Buches geht es jedoch nicht hauptsächlich um die Beziehung zu Annikas todkranker Mutter. Lediglich durch bruchstückhafte Erinnerungen und kurzweilige Telefonate erfährt man das ein oder andere. Im letzten Drittel ändert es sich jedoch, hier rücken die Geschehnisse um die Mutter in den Vordergrund, obgleich nebenbei viel in Annikas Liebesleben geschieht.

An sich fand ich das Buch von Anfang an sehr vorhersehbar, schon nach 100 Seiten scherzte ich in der Leserunde aus WasLiestDu.de um das Ende, wie es dann auch ziemlich passend eintraf. Das tut der Geschichte keinen Abbruch, nimmt jedoch die Spannung raus. Allerdings ist es ja auch kein Krimi, sondern ein Roman und daher finde ich die Story gelungen!
Einziger Minuspunkt ist der letzte Abschnitt „Epilog“ – hier passiert noch so viel nachdem Annikas Mutter gestorben ist, und wird auf wenigen Seiten abgehandelt, das finde ich schade. Hier hätte die Autorin ruhig noch 20-30 Seiten mehr schreiben und alles etwas detailreicher erzählen dürfen.

Fazit: Ein thematisch bewegendes Buch, mit charakteristisch-positiven Wendungen, das (zum Glück für mich) nicht ganz so emotional mitreißend war, wie befürchtet.
3 von 5 Sternen.

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