Der Sommer als der Regen ausblieb – Maggie O’Farrell

In „Der Sommer, als der Regen ausblieb“ von Maggie O’Farrell wird eine kunterbunte, chaotische Familie dargestellt, dessen Vater im Hitzesommer 1976 aus London verschwindet.

Eines morgens im Juli verschwindet Robert, Ehemann und Vater dreier, erwachsener Kinder. Gretta, die Mutter, trommelt ihre beiden Töchter Aoife und Monica und den Sohn Michael Francis zusammen, die sich seit Jahren nicht mehr gleichzeitig gesehen haben. Es schwirren unausgesprochene Dinge in der Luft und die Frage, wohin der Vater gegangen sein könnte.

Es gibt viele Rückblenden und Erinnerungen der vier Personen, wodurch man Vergangenes, alte Zerwürfnisse und Erlebnisse erfährt, aber auch die aktuellen Lebensweisen und Probleme der drei Kinder, die selbst schon längst Eltern sind oder sein könnten. Es wird viel gestritten und erst sehr spät macht man sich wirklich auf die Suche das Vaters.

Meiner Meinung nach ist diese Geschichte eine lange Kurzgeschichte. Sie fängt irgendwie mittendrin an und hört auch halbwegs mittendrin wieder auf. Wie es mit dem Vater ausgeht, das erfährt man zwar, allerdings tun sich anderswo viele Fragen auf und diese bleiben offen.
Den Schreibstil finde ich nicht schlecht, er ist aber auch nichts außergewöhnliches. Wohin gegen mir das Cover absolut gut gefällt! Ebenso wie die Tatsache, dass es diesen Hitzesommer damals über Großbritannien und Teilen Europas wirklich gab und hier offenbar gut recherchiert wurde. Was mich – wieder ein mal – etwas gestört hat an den Charakteren (was aber vermutlich so gewollt ist), ist dass sie miteinander nicht vernünftig reden. Dadurch könnten viele Streitigkeiten schneller behoben werden. So richtig warm geworden bin ich mit keiner der erwähnten Personen. Ab und an sympathisiert man mit jemandem, was sich aber später wieder zerläuft, wenn man mehr über die Person erfährt.

Mein Fazit: eine nette Familiengeschichte, realistisch geschrieben, aber doch eher kurzweilig.
3 von 5 Sternen.

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